L'Orgue français  -
Literatur französischer Orgelkunst in deutscher Sprache Vol. 2

 
Paris, Sacré-Coeur

 

 

Daniel Roth - Günter Lade

Die Cavaillé-Coll/Mutin-Orgel
der Basilika Sacré-Coeur in Paris




Buch in deutscher Sprache, 1992

Ganzleinen, Schutzumschlag, 21 x 30 cm
176 Seiten mit 140 teilw. farbigen Abbildungen
ISBN 3-9500017-2-7

€ 43,50 + Versand



Vorteilspreise Buch + Poster + CD

Der französische Historiker Jules Michelet nannte die baskische Küste einmal »La Côte des Fous«, die Küste der Verrückten. Wenn er auch Baron Albert de 1' Espée noch nicht gekannt hat, so muss man ihm gerade wegen dieser ebenso reichen wie mysteriösen Persönlichkeit Recht geben: Der menschenscheue Adelige ließ sich am Ende des 19. Jahrhunderts südlich von Biarritz an der Atlantikküste nieder, wo er sich um 5 Millionen Francs auf 600.000 m2 Land eine fantastische Schlossanlage mit vierzehn verschiedenen Gebäuden, sieben Speisesälen und kilometerlangen Wandelgängen erbauen sowie im Herzen des Schlosses durch Aristide Cavaillé-Coll eine imposante »Hausorgel« aufstellen liess. Mit 70 Registern auf 4 Manualen und Pedal war das 1898 fertiggestellte Instrument nach den Pariser Instrumenten von Saint-Sulpice, Notre-Dame und Saint­ Eustache die viertgrößte Orgel Frankreichs, die - wie ihr Sheffielder Vorbild - u.a. drei Schwellwerke und eine imposante horizontale Zungenbatterie erhielt.

Daniel Roth und Günter Lade beschreiben ausführlich die Geschichte des Märchenschlosses und seiner Orgel, die 1905 als Vorführinstrument in die Werkstatt der Firma Cavaillé-Coll/Mutin in Paris übertragen und bis 1919 in Sacré-Coeur aufgestellt wurde. Nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf erfolgte in den Jahren 1980 bis 1985 durch Jean Renaud die Restaurierung des von Charles-Marie Widor, Albert Schweitzer, Marcel Dupré und Olivier Messiaen geschätzten Instruments, das in diesem Buch mit 140 teilweise farbigen Abbildungen, genauen Bauplänen, verschiedensten Tabellen sowie vollständigen Mensurangaben präsentiert wird. Informationen über die Baugeschichte der Basilika und ihre Organisten , Gedanken über die orgelbauliche Entwicklung von der Romantik bis zur Gegenwart sowie über allgemeine Restaurierungsfragen machen die Publikation nicht nur für Orgelfreunde, Orgelbauer und Organisten, sondern auch für jeden Kunst- und Musikliebhaber zu einer besonderen Fundgrube.

Die Präsentation einer Orgel in Form eines Buches muss naturgemäß unvollständig bleiben, da ihr Klang in Wort und Bild nicht dargestellt werden kann. Zur fachkundigen und detaillierten Beschreibung des Instruments und seiner Geschichte ist deshalb auch eine Compact-Disc erhältlich, die mit beeindruckenden Live-Aufnahmen die klangliche Schönheit des Meisterwerks vermittelt. Neben historischen Dokumenten aus dem Jahre 1980 erklingen bisher unveröffentlichte Einspielungen von der Weihe der restaurierten Orgel, die sie im liturgischen Dienst, als Partner großer Chöre sowie im Konzert vorstellen.

 

I N H A L T

 

Vorwort

Das Schloss Ilbarritz des Barons Albert de l'Espée

Die Orgel im Schloss Ilbarritz

-  Der Besitzer
-  Der Erbauer
-  Das Vorbild
-  Die Disposition und Klanggestalt
-  Der Verkauf

Die Orgel im Ausstellungssaal der Firma Cavaillé-Coll-Mutin

-  Die Dispositionsänderung
-  Albert Schweitzer, Emile Rupp und die "ideale" Bachorgel

Die Orgel in der Basilika Sacré-Coeur

-  Die Basilika des Heiligen Herzens Jesu
-  Die Chororgel
-  Die Übertragung und Aufstellung der Hauptorgel
-  Die Weihe
-  Die Veränderungen 1930 bis 1931
-  Die Überholung 1948
-  Die Veränderungen 1959 bis 1960
-  Die Restaurierung 1980 bis 1985

Die Organisten

-  Abel Decaux
-  Ludovic Panel
-  Rolande Falcinelli
-  Daniel Roth
-  Naji Hakim

Der technische Aufbau der Orgel

-  Die Anlage
-  Der Spieltisch
-  Die Spieltraktur
-  Die Registertraktur
-  Die Windversorgung
-  Die Winddruckhöhen

Das Pfeifenwerk

-  Grand-Orgue
-  Positif expressif
-  Récit expressif
-  Solo expressif
-  Pédale

Die Mensuren

Zusammenfassung - Résumé - Summary - Samenvatting

Anhang

-  Discographie und Compact Disc
-  Literaturverzeichnis
-  Orts- und Namensregister
-  Bildnachweis

 


P O S T E R - S E T
8 Farbfotos der Cavaillé-Coll/Mutin-Orgel von Sacré-Coeur in Paris
für weitere Informationen bitte auf das Titelbild bzw. die einzelnen Fotos klicken

 

Paris, Sacré-Coeur

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CD-Einspielungen
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EL CD 001


P R E S S E S T I M M E N

 

»Aus mancherlei Gründen stand die Orgel von Sacré-Coeur bislang nicht so sehr im Vordergrund des Interesses wie andere Cavaillé-Coll- Orgeln. Dabei ist sie das drittgrößte Werk des Meisters und neben St. Sulpice die einzige große Cavaillé-Coll-Orgel in Paris in weitestgehend originalem Zustand. Allerdings waren ihr Ursprung mysteriös und ihre Geschichte turbulent. Deren vorläufig letzter Markstein war nun die Restaurierung durch Jean Renaud zwischen 1980 und 1985. Es gab also Grund genug, dieser Orgel eine üppige Veröffentlichung zu widmen, wie sie uns das Haus Lade schon mit der Monographie über Rouen, St. Ouen, bescherte. Alle Geheimnisse um den bizarren Hausorgelfreund Baron de L'Espée werden wohl nie mehr gelüftet werden, aber nun wird deutlich, dass sein Instrument eine "symphonische" Orgel im zugespitzten Sinne des Wortes sein sollte, ausschließlich bestimmt zur Interpretation von Orchester- und Opernarrangements. Charles Mutin machte daraus dann eine in der Werkstatt 14 Jahre lang aufgestellte Vorführorgel, die Émile Rupp und Albert Schweitzer begeisterte und letzteren zu der Feststellung hinriss: "Ich stehe nicht an, diese Orgel für die technisch und künstlerisch vollendetste zu erklären, die vielleicht je gebaut worden ist. Sie stellt das Instrument dar, das zu Bachs Werken passt, sofern es die Forderungen verwirklicht, die seine Orgelmusik für die ideale Orgel aufstellt." Solche Einschätzung hinderte nicht, dass später einige Verbesserungsversuche statt fanden. Dies alles wird hier gründlich dokumentiert und illustriert, und als Zugaben finden wir noch Kapitel über die Organisten, reichliche Mensurenangaben, Discographie und Register. Wichtig und richtig sind die Betrachtungen Daniel Roths über das Schicksal der Cavaillé-Coll-Orgeln in der neoklassizistischen Epoche, die uns die Orgelmusik Alains, Messiaens und Langlais' bescherte, aber auch die Entstellung und den Verlust zahlreicher bedeutender Instrumente. Ergänzt wird dieses prächtige Buch durch eine klingende Dokumentation [EL CD 001].«

Hermann J. Busch (Ars Organi, 1993/4)

 

»Daniel Roth und Günter Lade öffnen mit der ausführlichen Beschreibung von Geschichte und Aufbau dieser monumentalen Orgel jedem Orgelfreund, Organisten und auch Orgelbauer eine besondere Fundgrube. Nicht nur Baupläne, technischer Aufbau, Pfeifenwerk und Mensuren werden in Text, Tabellen und 140 Fotos klar und verständlich dargestellt, auch die wechselvolle Geschichte dieser mit 70 Registern viertgrößten Orgel Frankreichs liest sich sehr kurzweilig. Angefangen vom Auftraggeber, einem mysteriösen Adeligen namens Albert de l'Espée, der für sein Märchenschloss Ilbarritz an der Atlantikküste die Orgel bauen ließ, über die legendäre Orgelbauwerkstatt Cavaillé-Coll und die Entstehungsgeschichte der weltberühmten Basilika vom Heiligen Herzen Jesu, bis hin zur Vorstellung der Titularorganisten dieser Kirche tragen alle Themenbereiche dazu bei, sich noch mehr für französische Orgeln, Orgelmusik und Orgelbauer zu begeistern. - Eine CD mit Aufnahmen von César Francks a-Moll-Choral und Widors Toccata vor der Restaurierung von 1980 und mit Improvisationen während der Einweihung im Mai 1985, gespielt von Daniel Roth, Suzanne Chaisemartin, Pierre Gazin und Claudine Barthel runden den äußerst guten Gesamteindruck dieses Buches endgültig ab.

mk (Musica Sacra, 1993/2)

 

 

 

 

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