L'Orgue français  -
Literatur französischer Orgelkunst in deutscher Sprache Vol. 4

 
Paris, Notre-Dame

 

 

Günter Lade

Die Orgel der Kathedrale
Notre-Dame in Paris
Band 1

 

Buch in deutscher Sprache, 1997

Ganzleinen, Schutzumschlag, 21 x 30 cm
272 Seiten mit 157 teilw. frabigen Abbildungen
ISBN 3-9500017-4-3

€ 47,00 + Versand


    


Vorteilspreise Buch + Poster + CD

 

 

Mit zalreichen Abbildungen, vollständigen originalen Dispositionen, orgelbautechnischen Skizzen und Tabellen sowie der Wiedergabe wichtiger Dokumente in deutscher Übersetzung präsentiert Günter Lade detailliert die achthundertjährige Geschichte der Orgeln von Notre-Dame, wobei auch auf die jüngste Restaurierung und die Biographie mit Werkverzeichnissen von Organisten wie Louis-Claude Daquin, Claude Balbastre, Louis Vierne oder Pierre Cochereau besonderer Wert gelegt wurde. Die mehrbändige Publikation vermittelt somit eine außergewöhnliche Fülle an orgelbaulichen sowie orgel- und musikhistorischen Details, die durch die Baugeschichte der Kathedrale, Discographien, Literatur, Orts und Namensregister vervollständigt werden.

 

Schrieb Victor Hugo in seinem historischen Roman Notre-Dame de Paris 1831, »jede Seite, jeder Stein des ehrwürdigen Monuments ist nicht nur ein Blatt in der Geschichte des Landes, sondern auch ein Blatt in der Geschichte der Wissenschaft und Kunst«, so trifft dies neben den großartigen Schöpfungen der Architektur oder Glasmalerei auch ganz besonders auf die Orgelkunst zu. Die Pariser Kathedrale war zu allen Zeiten ein wichtiges und faszinierendes Zentrum der Orgelbau- und Musikgeschichte, die hier in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts begann und bis zur Gegenwart reicht.

Schweifen wir mit unseren Gedanken in die Vergangenheit und vergegenwärtigen wir uns, welche Meister in der achthundertjährigen Geschichte von Notre-Dame die Stufen zu ihrer Orgelempore erklommen haben, so können wir die Bedeutung erahnen, die der klingenden Seele in dieser einzigartigen Kathedrale zu allen Zeiten zukam. Neben den bedeutendsten Orgelbauern wie Valeran de Héman, Pierre, Alexandre und François Thierry, François-Henri Clicquot und Aristide Cavaillé-Coll seien aus der langen Reihe der einstigen Kathedralorganisten Claude Balbastre, Louis-Claude d’Aquin, Jean-Jacques Beauvarlet-Charpentier, Armand-Louis und Gervais-François Couperin sowie vor allem Louis Vierne und Pierre Cochereau genannt, doch müssen neben den beiden Ehrenorganisten Alexandre Guilmant und Marcel Dupré sowie den heutigen Titularorganisten Olivier Latry, Philippe Lefebvre und Jean-Pierre Leguay auch einige Namen der unzähligen Gäste erwähnt werden, denen es vergönnt war, die Orgel der Kathedrale zu spielen oder ihr in Gottesdienst und Konzert nahe zu sein: Organisten wie Charles Gounod, César Franck, Camille Saint-Saëns, Charles-Marie Widor, Eugène Gigout, Maurice Duruflé, Anton Bruckner, Albert Schweitzer und Émile Rupp, Persönlichkeiten wie Nikolai Rimsky-Korssakoff, Engelbert Humperdinck, Alexander Glasunow oder Siegfried Wagner sowie alle bedeutenden nationalen und internationalen Interpreten, die seit Einführung der sonntäglichen Orgelkonzerte in Notre-Dame konzertieren durften.

Das vorliegende Buch (u.a. mit zahlreichen, erstmals publizierten Dokumenten aus dem Besitz des Orgelbauers Aristide Cavaillé-Coll) führt den Leser Stufe um Stufe durch diese reiche Orgelgeschichte der Pariser Kathedrale. Es möchte dabei nicht nur Vergangenes gegenwärtig, sondern auch jene Worte Albert Schweitzers erlebbar machen, der einmal sagte, daß einst die Engel des Jüngsten Gerichts auf der Orgel von Notre-Dame das Gloria spielen würden.



I N H A L T

 

Vorwort

Die Kathedrale Notre-Dame

Die mittelalterliche Orgel

-  Die Orgel
-  Die Orgelbauer Thierry
-  Die Organisten

Die barocke Orgel 1731 bis 1832

-  Die Orgel
-  Die Orgelbauer Clicquot
-  Die Organisten

Die frühromantische Orgel 1833 bis 1863

-  Die Orgel
-  Die Organisten
-  Die Orgelbauer Cavaillé/Cavaillé-Coll

Die symphonische Orgel 1864 bis 1900

-  Die Auftragsvergabe
-  Der Bau
-  Die Abnahme
-  Die Weihe
-  Anton Bruckner
-  Eugène Sergent
-  Die Wartung
-  Die Restaurierung

Farbfotos

 


P O S T E R - S E T   ( 8 Farbfotos der Orgel von Notre-Dame in Paris )
für weitere Informationen auf das Titelbild bzw. die einzelnen Fotos klicken

 

Paris, Notre-Dame

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CD-Einspielungen
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P R E S S E S T I M M E N

 

»Mit dem vorliegenden, Pierre Cochereau gewidmeten Buch legt Günter Lade den ersten Band einer insgesamt zwei Teile umfassenden umfangreichen Dokumentation über die Geschichte der Orgeln in Notre Dame zu Paris vor. Das Werk geht auf ein von Günter Lade 1988 verfasstes Manuskript zurück, das im Rahmen einer Einladung für ein Orgelkonzert in Notre-Dame zu Paris entstand. Die geschichtliche Darstellung der Orgeln zu Notre-Dame sollte ursprünglich im Sommer 1993 im Druck erscheinen. Die Publikation verzögerte sich jedoch durch einen Zufallsfund im Mai 1995: Im Tresor des von der Kathedrale unabhängigen "Musée de Notre-Dame" fand sich ein 500 Seiten umfassender Dokumentenband, bestehend aus der Orgelakte von Notre-Dame und Schriftstücken aus dem Besitz des Orgelbauers Aristide Cavaillé-Coll. Die Auswertung dieser Archivalien dauerte nochmals anderthalb Jahre. Aufgrund der umfangreich vorhandenen Quellen, die eine detaillierte Auswertung und Darstellung erforderten, musste die Orgeldokumentation in zwei Bände aufgeteilt werden: Der erste Band ist der Orgelgeschichte von 1330-1900 gewidmet. Der zweite Band beschreibt den Werdegang der Orgel von 1900 bis in die Gegenwart, wobei insbesondere Leben und Werk Louis Viernes im Vordergrund stehen.

Band I ist in die Kapitel "Die Kathedrale Notre-Dame" (Baugeschichte), "Die mittelalterliche Orgel 1403 bis 1730", "Die barocke Orgel 1731 bis 1832", "Die frühromantische Orgel 1833 bis 1863" und "Die symphonische Orgel 1864 bis 1900" gegliedert. Jedes Kapitel behandelt nicht nur die Orgelgeschichte des behandelten Zeitabschnittes, sondern geht auch ausführlich auf die tätig gewordenen Orgelbauer (z. B. Thierry, Clicquot, Dallery, Cavaillé-Coll) sowie auf die zu der jeweiligen Zeit amtierenden Organisten ein (u.a. Calvière, Bous-set, Balbastre, d'Aquin, Pollet, Danjou, Sergent).

Dank des eingangs genannten Glücksfundes im "Musée Notre-Dame" nimmt der Werdegang des 1867/1868 von Aristide Cavaillé-Coll vollendeten Instruments einen besonders breiten Raum ein (Auftragsvergabe, Bau, Abnahme, Weihe, Wartung, Restaurierung). Ein großer Teil der Quellentexte (z. B. Kostenvoranschläge, Gutachten, Korrespondenzen Aristide Cavaillé-Colls) wird in diesem Abschnitt erstmals der Fachwelt auch in einer deutschen Übersetzung präsentiert. Des Weiteren stellt Lade in diesem Kapitel den zu jener Zeit amtierenden Kathedralorganisten Eugène Sergent vor und beschreibt ausführlich das triumphale Orgelkonzert Anton Bruckners von 1869.

Der Text ist mit zahlreichen Fotografien (auch Außen- und Innenaufnahmen der Kathedrale), Porträts von Orgelbauern und Musikern, Faksimiles von Zeichnungen, Skizzen, Querschnitten, Briefen, Kostenvoranschlägen, Rechnungen und mit Notenbeispielen illustriert. Satz, Druck und die Qualität der Abbildungen sind exzellent. Das mit Akribie, Fleiß und detailliertem Fachwissen verfasste Buch kann als eines der Standardwerke über den französischen Orgelbau bezeichnet werden und sollte in keiner Musikbibliothek fehlen.«

Achim Seip (Ars Organi 2001/3)

 

»Von der Orgel der Kathedrale Notre-Dame in Paris geht eine ungebrochene Faszination aus. Vielfach als Mekka von Organisten aus aller Welt apostrophiert kommt ihr in der Orgelwelt gewissermaßen eine Sonderstellung zu, für die Albert Schweitzers Äußerung, dass die Engel des jüngsten Gerichts einst das Gloria auf ihr spielen würden, geradezu symptomatisch ist. Ungeachtet eines diesbezüglich nicht von der Hand zu weisenden Hanges zu einer gewissen Verklärung und Mystifizierung trifft hier doch alles zusammen, was eine Legende braucht: einer der wenn schon nicht wichtigsten so doch zumindest bekanntesten Kirchenbauten der Gotik mit einer einzigartigen Atmosphäre, sowie Orgelbauer und Organisten, die - meistens jedenfalls - zu den besten ihrer jeweiligen Generation gezählt werden dürfen.

Dem Mythos Notre-Dame hat sich Günter Lade, seit langem schon mit den vorbildlich gestalteten Büchern und Aufnahmen seiner Edition ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil der Orgelszene, mit seinem bereits lange erwarteten Buch in erfrischend sachkundiger und gewissenhafter Weise genähert. Vor dem Hintergrund des durch die bisherigen Publikationen nicht geringen inhaltlichen und bibliophilen Anspruchs kann auch dieses Buch als durchweg gelungen angesehen werden, die Bezeichnung als Standardwerk dürfte keineswegs zu hoch gegriffen sein.

Der jetzt erschienene erste Band beinhaltet allerdings nur die Geschichte der Orgel bis 1900, da die große Fülle des bei der Vorbereitung des Buches auftauchenden Materials eine Teilung in zwei Bände nahelegte. Mit einer Fülle von teilweise erst vor kurzem wiederaufgefundenen und somit zum ersten Mal zugänglich gemachten Originaldokumenten beschreibt Lade den Gegenstand seiner Forschungen so detailliert und lückenlos wie möglich, angefangen von einer kurzen Einführung in die Baugeschichte der Kathedrale über das vermutlich in der Mitte des 14. Jahrhunderts erbaute mittelalterliche Blockwerk und die nachfolgenden barocken und frühromantischen Orgeln bis hin zu Cavaillé-Colls 1868 geweihtem Chef-d'Oeuvre. dabei geht er nicht nur auf Details ein, die konkret mit dem Zustand der Orgel in der jeweiligen Epoche (Disposition, Reparaturen, etc.) zu tun haben, sondern liefert auch jede Menge Hintergrundinformationen zu geschichtlichen Ereignissen, Orgelbauern und Organisten, die mit dem Instrument in irgendeiner Weise verbunden waren. So erfahren z.B. auch die Orgelbauerdynastien Thierry und Clicquot eine ausführliche Würdigung und man erfährt etwas über alle Organisten von Jean de Bruges bis hin zu Eugène Sergent. Den Schwerpunkt des Buches bildet die Geschichte der Cavaillé-Coll-Orgel, wobei Lade wirklich keine noch so unbedeutsame Einzelheit auszulassen scheint. Mit großer Akribie wird der oft verzweifelte Kampf des Orgelbauers mit den Behörden, den Architekten und dem Kapitel um jedes kleine Detail nachvollzogen und jeweils mit einer großen Zahl von Zeitungsausschnitten, Briefen und Bildern belegt. Die Fülle des Materials ist schier überwältigend, manchmal fast schon erdrückend.

Die Präsentation läßt außer kleineren Marginalien eigentlich keine Wünsche offen. So sind im ersten Teil nicht alle lateinischen oder französischen Titate vollständig übersetzt und die gesamten Quellennachweise erst im noch nicht erschienenen zweiten Band enthalten. Den wird man sich somit noch zulegen müssen, wenn man bibliographischen Aufschluß erhalten will - sofern man dies nach der Lektüre des vorzüglichen ersten Bandes nicht ohnehin zu tun gedenkt.«

Guido Krawinkel (Freiburger Musik Forum 1997)

 

 

 

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